T3SAIL10 - Costa Smeralda, Sardinien

Am 18.09.2010 war es wieder einmal soweit - zum zweiten Mal wurde die Flagge der T3SAIL gehisst. 24 bunt gemischte Teilnehmer hatten sich versammelt, um gemeinsam die türkisfarbenen Gewässer der Smaragdküste Sardiniens zu besegeln.

Durch die große Nachfrage konnten dieses Mal bereits drei Schiffe gechartert werden: Eine Bavaria 50 namens DRACO, eine Sun Odyssey 45 namens MARKAB und eine Bavaria 40 namens CHARA. Auf der DRACO fanden zehn Personen Platz, inkl. der Skipper Peter Pröll, Initiator und Hauptorganisator der T3SAIL. Die MARKAB wurde mit einer Mannschaft von acht Leuten unter dem Kommando von Skipper Jan Jelinek gesegelt. Die Verantwortung für die CHARA und der Besatzung von sechs Personen übernahm Skipper Ingo Schmitt.

Am Samstag trafen nach und nach alle Teilnehmer am Hafen von Portisco ein. Angereist wurde per Auto, Bus, Fähre und Flieger. Die Schiffe wurden geprüft, übernommen und Proviant wurde eingekauft. Die Teilnehmer lernten sich nun alle persönlich kennen. Vom Anfänger bis zum Berufsskipper war alles vertreten. Nach altem Seglerbrauch wurde erst einmal auf den Urlaub angestoßen und der erste Schluck über Bord an Neptun gewidmet, dem Gott der fließenden Gewässer. Die Kajüten wurden bezogen und der eingekaufte Proviant verteilt. Die Mannschaften kochten gemeinsam und die ersten Bande knüpften sich. Die Vorfreude auf den Urlaub stieg weiter.

Der Sonntag startete mit dem ersten Frühstück an Deck. Im Anschluss fanden die ausführlichen Sicherheitseinweisungen auf den Schiffen statt. Da Winde in Böen von bis zu 40 Knoten wehten und die Mannschaft noch nicht eingespielt war, wurden die Schiffe lediglich auf Probefahrten mit kleineren Manövern getestet. Das ein oder andere Schiff hatte noch etwas zu viel Schwung, was das Anlegen am Hafen betraf, doch zu diesem Zeitpunkt waren wir ja erst am Anfang unserer Reise. Nach dem ersten gemeinsamen Segeln zeichnete sich bereits eine Verschwörung der Mannschaften ab und viele waren der Überzeugung, dass sie das große Glück hatten, in der absolut besten Crew mit dem absolut besten Skipper gelandet zu sein. Erste Spekulationen traten auf, mit welchen Spezial-Kraftstoffmischungen man sich evtl. einen Vorteil gegenüber anderen Crews verschaffen könnte. Am Abend wurde wieder gemeinsam gekocht und zum Teil bis spät in die Nacht geplaudert.

Am Montag ging es dann richtig los. Der Wind hatte etwas nachgelassen und so machten wir unsere Schiffe klar und segelten los. Der Plan war, nördlich an der Küste entlang in die „Straße von Bonifacio“, der Meerenge zwischen Korsika und Sardinien, zu segeln. Der Wellengang war anfangs für die Meisten etwas ungewohnt. Auch die erfahrenen Seebären mussten sich erst wieder daran gewöhnen. Wir versuchten alle Ratschläge der Skipper zu beherzigen, was nach einiger Zeit auch mit Erfolg gekrönt wurde. Das Schaukeln der Wellen wurde für unsere Körper zur Routine. Ganz stolz kamen wir Stunden später in La Maddalena an und vertäuten unser Schiff am Hafen mit Blick auf die beschauliche Altstadt. Wir besichtigten La Maddalena, verwöhnten uns mit Cappuccino & Co im Cafe und so manche Ausrüstung wurde um Badeschuhe erweitert. Zurück am Schiff ging es dann mit so viel Schwung auf die Gangway, dass das Holz in der Mitte komplett entzwei brach. Da wir uns ohnehin schon als Eroberer der Weltmeere fühlten, ließen wir uns davon nicht aus der Ruhe bringen. Nach dem Abendessen fanden sich nach und nach wieder alle Segler der TYPO3-Flotte an der Anlegestelle der DRACO ein und entspannten bei Gitarrenklängen, Gesang und guten Gesprächen.

Dienstag segelten wir weiter in die Hafenstadt Bonifacio, die an der südlichen Spitze von Korsika liegt. Während der Fahrt segelten wir teilweise mit allen Schiffen eng im Dreierpack und hatten viel Spaß dabei. Die Fender wurden herausgeholt, ans Schiffende angebunden und wer sich traute, sprang ins Wasser und ließ sich an den Fendern hinterher ziehen. Während der Fahrt gab es weiteren Segelunterricht und so wussten wir bald, welche Dinge beim Feintuning des Vorsegels eine wichtige Rolle spielen. Angekommen in Bonifacio gab es unter der Aufsicht des Skippers eine Einparkübung in der sehr engen Anlegestelle. In der Marina trafen wir andere Segler aus Portisco wieder, bewunderten einige sehr luxuriöse Yachten und es wimmelte nur so von Touristen. Der gesellige Abend endete bei manchen wieder sehr spät.

Am Mittwoch liefen wir nach dem Frühstück durch die engen, kopfsteingepflasterten Straßen des mittelalterlichen Bonifacios. Anschließend liefen wir aus und segelten zum Zentrum der drei nördlichsten Inseln des Archipelago Maddalenas. Auf der Fahrt dorthin, bauten wir eine kleine Schnorchelpause in einer traumhaften Bucht ein und sprangen erst einmal in wunderbar kristallklares und warmes Wasser. Während wir weiter zum Ankerplatz segelten, entstanden die ersten gemeinsamen Träumereien von einer T3SAIL-Flotte mit zehn Schiffen.

Donnerstags ging es in Richtung Südwesten zur Insel Tavolara weiter. Wie jeden bisherigen Tag segelten wir unter strahlend blauem Himmel. Der Proviant neigte sich langsam dem Ende zu. Die Schiffe halfen sich gegenseitig mit Lebensmitteln aus und so stand einer weiteren Ankernacht unter klarem Sternenhimmel nichts mehr im Wege.

Der Freitag startete mit einer lustigen Fenderschlacht auf einem Schlauchboot über die wir alle sehr lachen mussten. Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns langsam wieder startklar und brachen zur Rückfahrt nach Portisco auf. Zum Mittagessen ankerten wir die MARKAB noch einmal vor einem schönen Strand mit Restaurant. Wir ruderten mit der ganzen Mannschaft im hoffnungslos überfüllten Schlauchboot an Land, wobei ein Kentern nur durch geschicktes Ausbalancieren vermieden werden konnte. Während wir noch unseren Fisch genossen, machte sich die Mannschaft der CHARA einen Spaß daraus, unsere TYPO3-Flagge vom Schiff zu rauben, genauso unser Schlauchboot vom Steg. Als wir noch überlegten, wer denn nun von uns an Bord schwimmen und das daran befestigte Schlauchboot zurück holen sollte, hatten die Kaperer dann doch ihr Einsehen mit uns und holten uns unter großem persönlichen Einsatz am Steg ab. Der Törn nach Portisco verlief ohne weiteren Zwischenfall. Im Hafen von Portisco wurde unsere Fahne mit einer kleinen Entschädigung wieder ausgehändigt, bevor wir unsere ausgedachten Gegenattacken in die Tat umsetzen konnten. Der Abend begann mit einem gemeinsamen Essen aller Crews im Hafenrestaurant und endete mit einer ausgiebigen lustigen Abschlussparty, an der sich auch gerne noch andere Segler beteiligten.

Am Samstagmorgen wurden im Halbschlaf die Schiffe geräumt. Dem Frühstück an Land folgten wehmütige Verabschiedungen. Einer Woche voller Ausgelassenheit, Freiheit, Spaß, Entspannung, guten Gesprächen, neuen Kontakten und vielen Eindrücken vom Segeln gingen viel zu schnell zu Ende. Und so stellt sich auch jetzt im Rückblick nur als einzige Frage: „Wo finde ich schnellstmöglich das Anmeldeformular für die nächste T3SAIL?“ (hier)

 

Manuela Sieber (IVI-Solutions)